Dieses Jubiläum bietet Anlaß für einen Rückblick in unserer Museumsgeschichte und zugleich Ausblick in die nächste Zukunft. Vor allem kann man über diesen Zeitraum auch gut die Entwicklung zeittypischer „Museumsphilosophien“ nachvollziehen. In chronologischer Folge wird zunächst auf die Entwicklung von Egerländer Museen nach der Vertreibung, dann auf die Entstehung des Egerland-Museums in Marktredwitz 1973 und schließlich auf die Neueröffnung und Erweiterung bis zum Jahr 2000 sowie auf aktuelle und zukünftige Aktivitäten bei der Museumsarbeit eingegangen.
1. Vorgängermuseen
Der Beginn des Sammelns von Egerländer Kulturgut ist eng mit dem Namen Bergmann verbunden. Zusammen mit dem damaligen Bundesvüarstäiha Ernst Bartl gilt er als einer der „Pioniere“ des Egerländer Museumswesens nach der Vertreibung. Dr. Alois Bergmann, wurde bei der Wiedergründung des BdeG 1950 in Schwäbisch Hall zum 2. Bundesvorsitzenden berufen. Zugleich fungierte er als Landesvorstand in Bayern sowie als Gebietssachwalter für Egerländer Museen. Sein Bestreben war es, die Vielfalt des Egerländer Kulturguts aus der verlorenen Heimat in großer räumlicher Bandbreite in verschiedenen, verkehrstechnisch gut gelegenen Städten zu zeigen. Zitat Dr. Bergmann: „Die Landsleute waren bereit, mitzugehen, besuchten die Bundes- und Landestreffen, spendeten die Mitbringsel aus der Heimat, die man als stille Andenken aufzuheben gesonnen, versteckt dem Zugriff entzogen oder sogar in gefährlichen Grenzgängen nach Bayern gebracht hatte: Trachtentücher, Trachtenschmuck, altes Bauerngeschirr und Porzellan, wichtige Heimatliteratur, Stiche und Fotos wanderten so in mein Depot. Immer war dabei daran gedacht worden , das gerettete Stammesgut nicht an einem Platz zu konzentrieren, vielmehr es zu verteilen“. Dr. Bergmann erkannte, dass die Museen eine wichtige Vermittlungsfunktion zwischen den Heimatvertriebenen und den Einheimischen besaßen: das Museum quasi als verbindende Brücke. Es entstanden zahlreiche Heimatstuben, allen voran zwei größere Einrichtungen in Bayreuth und Regensburg.